Jasper Balke zum Krankenhausbau in Schleswig-Holstein
Presseinformation 27.03.2025Nr. 096.25Es gilt das gesprochene Wort!TOP 24 – Zukunftsorientierter Krankenhausbau in Schleswig-HolsteinDazu sagt der gesundheitspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Jasper Balke:Wir wollen das nachhaltigste und modernste Krankenhaus in Schleswig-Holstein bauen Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleg*innen,unser Gesundheitswesen befindet sich im Wandel. Nicht erst seit der Corona- Pandemie, sondern auch schon davor, aber spätestens seit der Krankenhausstrukturreform ist klar, dass wir eine völlig neue stationäre Gesundheitsversorgung in Deutschland bekommen und brauchen werden.Spezialisierte, hoch komplexe Versorgung muss an wenigen Standorten gebündelt und die Grund- und Regelversorgung, zu der ausdrücklich auch die Geburtshilfe gehört, muss flächendeckend und wohnortnah erreichbar sein. Zudem wird es durch den Wechsel von ehemals Bettenzahlen und Fachabteilungen hin zu Leistungsgruppen ein Umdenken in der Planung und Steuerung der Krankenhausversorgung geben.Hinzu kommt eine seit 2022 spürbar neue geopolitische Lage, in der wir als Land Schleswig-Holstein, Stichwort Operationsplan, eine entscheidende Rolle einnehmen müssen. Wir sind in der Verantwortung, der Ministerpräsident hat das gestern in seiner Rede zur Infrastruktur eindeutig beschrieben.Es geht um eine resiliente Infrastruktur und eine krisenfeste Daseinsvorsorge. Da geht es um Energie-, Wasser- und eben auch die Gesundheitsversorgung. Unsere Krankenhäuser und der öffentliche Gesundheitsdienst, das haben wir während der Pandemie gemerkt, die müssen einfach funktionieren, denn ansonsten können wir uns als Gesellschaft nicht als krisenfest bezeichnen. Und unsere Krankenhäuser, das sind Orte der medizinischen Versorgung, aber eben auch Orte der Hoffnung, des Abschieds, der Fürsorge. Ihre bauliche Qualität hat direkten Einfluss auf das Wohl der Patient*innen und auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Es ist längst bekannt, dass Patient*innen schneller wieder gesund werden, je wohler sie sich während der schwierigen Zeit ihrer Genesung fühlen. Deshalb ist Krankenhausbau nicht nur ein Infrastrukturthema, sondern eben auch eine Frage der Qualität in unserer Gesundheitsversorgung.Wir setzen uns daher für eine Krankenhausinfrastruktur in Schleswig-Holstein ein, die krisenfest, nachhaltig, wandlungsfähig und zukunftsgerichtet ist. Und deshalb haben wir, hat sich die Landesregierung auf den Weg gemacht und gesagt: Das Krankenhaus der Zukunft, das soll in Schleswig-Holstein am Standort Lübeck gestaltet und entworfen werden. Deshalb unterstützen wir mit einer halben Million Euro das Projekt „Beyond Expediency“ an der Technischen Hochschule Lübeck, wo viel fachliches, wissenschaftliches Knowhow sowie Erkenntnisse aus der Praxis in Kooperation mit vier Krankenhausstandorten aus Schleswig-Holstein zusammenkommen und diese fundierten Erkenntnisse in zukunftsgerichtete Krankenhausbaustandards und Förderrichtlinien einfließen.Und ja, natürlich ist dieser Prozess und auch unser schwarz-grüner Antrag nichts, bei dem wir mit dem Finger schnipsen und plötzlich ist unsere in Teilen wirklich marode und ungemütliche Krankenhausinfrastruktur plötzlich so, wie wir es beispielsweise aus Dänemark kennen. Und ich habe das auch im Vorwege und in der Erarbeitung dieses Antrags und in den Gesprächen dazu immer wieder gehört: diese Skepsis gegenüber Nachhaltigkeitskriterien, sicherer Wasserversorgung, Cybersicherheit durch eigene Serverräume, Ein-Bett-Zimmer-Standards - das ist doch echt ein bisschen drüber und so weit weg von der Realität. Und da sage ich: Ja, in Teilen ist das genauso und das ist ein Problem!Wie gesagt, natürlich nicht an jedem Standort, aber trotzdem haben wir ein Problem, was die Resilienz unseres Gesundheitswesens angeht. Und deshalb finde ich einfach, dass es genau jetzt doch an der Zeit ist, mal in die Zukunft gerichtet zu denken. Genau dies hat übrigens auch die Ampel-Regierung im KHVVG gemacht und endlich und längst überfällig den Begriff der „Nachhaltigkeit“ in die Förderanforderungen des KHG hineingeschrieben.Der Bereich Krankenhausplanung schaut sich zwar auch den Status Quo als Ausgang an, aber wenn wir über Standorte und Leistungsgruppenzuweisung, über die Versorgung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sprechen, dann ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt, um die Frage zu beantworten, wie die Krankenhäuser eigentlich aussehen sollen, die wir für diese Zeit dann bauen?Lassen Sie uns die Bedarfe der aktuellen Zeit anerkennen, in die Zukunft denken und nicht nur über den teils unbefriedigenden Status Quo meckern. Lassen Sie uns die Gelder, die aus der europäischen Ebene für Nachhaltigkeit, den Sondervermögen für Infrastruktur auf Bundesebene, dem Transformationsfonds, der ja nun doch ganz aus Steuermitteln besteht, lassen Sie uns diese Mittel und die Neuordnung unseres Gesundheitswesens als Chance und den richtigen Moment nutzen, um unsere Krankenhausbauvorgaben anzupassen. Ich freue mich über Unterstützung und danke Ihnen für die Aufmerksamkeit! ***Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein Düsternbrooker Weg 70 24105 KielClaudia Jacob | Pressesprecherin presse@gruene.ltsh.de Tel. 0431 / 988 1503 Mobil: 0172 / 541 83 53 sh-gruene-fraktion.de