Anita Klahn zu TOP 15 (Entwicklung einer OER-Strategie): Das Thema "Open Educational Resources" pragmatisch angehen
PresseinformationSperrfrist Redebeginn! Es gilt das gesprochene Wort Wolfgang Kubicki MdL Kubicki, Vorsitzender Christopher Vogt MdL Vogt, Stellvertretender Vorsitzender Dr. Heiner Garg MdL Garg, Parlamentarischer Geschäftsführer Nr. 373/2016 Kiel, Mittwoch, 12. Oktober 2016 Bildung/OER-Strategie www.fdp-fraktion-sh.de Anita Klahn: Das Thema „Open Educational Resources“ pragmatisch angehen In ihrer Rede zu TOP 15 (Entwicklung einer OER-Strategie) erklärt die bil- dungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anita Klahn: Klahn:„Der aktuelle Tagesordnungspunkt lautet ‚Entwicklung einer OER-Strategie’. Leider ist in der Großen Anfrage weder von ‚Entwicklung’ noch gar von ‚Strategie’ irgendetwas zu erkennen.Ich bezweifle auch, dass das Instrument einer Großen Anfrage sonderlich dienlich ist, um die Entwicklung einer OER-Strategie voranzutreiben. ‚Sachstand zu OER-Angeboten’ wäre wohl der passendere Titel für die An- frage gewesen.Auch wurden zentrale Fragen, die für eine Strategieentwicklung wichtig wä- ren, einerseits nicht gestellt und andererseits auch nicht beantwortet.Also: wo wollen wir eigentlich hin? Was muss der Staat überhaupt regeln?Da die Zielbeschreibung fehlt, lässt sich auch nicht bewerten, ob die darge- stellten Maßnahmen ausreichend sind oder nicht.Entsprechend differiert die Einschätzung von ‚viel zu wenig’, so die Sicht der Kollegen der Piraten, bis ‚genau richtig’, so die Einschätzung der Landesre- gierung.Aus liberaler Sicht sollten OER-Medien neben den bisherigen klassischen Li- zenzen eine zusätzliche Säule bilden, die ergänzt und nicht ersetzt. Daneben hat der Staat sich nur um das zu kümmern, für das er auch Verantwortung trägt.Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de Für Schleswig-Holstein müssen wir Schulen und Hochschulen in den Blick nehmen.Die Hochschulen sind innovativ genug und können selbst am Besten ent- scheiden, welche Angebote sie zur eigenen Weiterentwicklung brauchen, bzw. anbieten wollen. Die Schritte, welche die FH Lübeck unternommen hat, sind zu begrüßen.Im schulischen Bereich ist die Situation etwas anders gelagert, da hier die Unterstützung des Unterrichts durch entsprechende Unterrichtsmaterialien klar im Vordergrund steht. Die vom IQSH bereitgestellte Mediathek bietet auch hier eine sehr gute Grundlage und wird auch nach Darstellung der Landesregierung sehr gut angenommen. Das Angebot sollte sukzessive wei- ter ausgebaut werden. Die hierfür bereitgestellten Personalressourcen sind gut eingesetzt. Zu begrüßen sind auch die Planungen, eine länderübergrei- fende Vernetzung voranzutreiben.Ich warne aber davor, OER jetzt als der Weisheit letzter Schluss zu betrach- ten. Die Große Anfrage stellt dar, dass allein durch die ‚Auswahl, Gestaltung und Distribution von Inhalten mit OER von einer Steigerung der Medien- kompetenz bei Lehrenden und Lernenden auszugehen’ sei.Ebenso geht der Bericht davon aus, ‚dass OER zu einem Kulturwandel unter den Dozentinnen und Dozenten führt’ und dass OER somit ‚großes Potenzial hat, zu einer Qualitätsentwicklung von Lehrmaterialien beizutragen.’ Auch die Wissenschaftsministerin sieht den ‚Turbo’ im Forschungsbereich einge- schaltet, durch den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen.Ich wäre mit all diesen Aussagen vorsichtig. Wir stehen am Anfang eines Prozesses, der sich über Jahrzehnte erstrecken wird. Mehr Realismus in der Politik wäre mit Sicherheit nicht verkehrt.Das bringt mich zu weiteren entscheidenden Fragen: Wie können qualitativ wertvolle Inhalte bereitgestellt werden? Wie sieht es mit den Urheberrech- ten aus?Die Landesregierung hält zu Recht fest, dass bei den bisherigen Systemen die fehlende Qualitätskontrolle eine besondere Herausforderung darstellt.Nehmen wir als einfaches Beispiel das Thema Unterrichtsmaterialien. Die Theorie ist bestechend. Nur in der Praxis steckt da schon Arbeit hinter, wenn man seine Vorbereitungen für andere aufbereitet.Eine vollständig aufbereitete und mit methodisch-didaktischen Überbau ver- sehene Materialsammlung macht man nicht mal so eben nebenbei, insbe- sondere wenn es qualitativ gut sein soll. All das müssten Lehrer neben ihrer eigentlichen Arbeit machen und wir wissen alle, wie die Arbeitsbelastung von Lehrern aussieht.Eine Studie arbeitet diese praktische Problematik auf. Anreize sind schwer zu setzen, da Freistellungen die Unterrichtsversorgung weiter belasten wür- den und Zwang keine Lösung sein kann.Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de Allein an diesem Beispiel sieht man, dass wir das Thema pragmatisch ange- hen müssen. OER stellt eine Ergänzung dar, die weiter unterstützt werden muss, aber wir müssen uns auch der Limitationen bewusst sein.“Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de