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18.02.16
13:28 Uhr
FDP

Anita Klahn zu TOP 22 (Differenzierten Ersten Allgemeinbildenden Schulabschluss ermöglichen): Eine stärkere individuelle und passgenauere Lösung ist für jedes Kind wichtig

Presseinformation
Sperrfrist Redebeginn! Es gilt das gesprochene Wort Wolfgang Kubicki MdL Kubicki, Vorsitzender Christopher Vogt MdL Vogt, Stellvertretender Vorsitzender Dr. Heiner Garg MdL Garg, Parlamentarischer Geschäftsführer
Nr. 070/2016 Kiel, Donnerstag, 18. Februar 2016
Bildung/Abschlüsse



Anita Klahn: Eine stärkere individuelle und passgenauere



www.fdp-fraktion-sh.de Lösung ist für jedes Kind wichtig In ihrer Rede zu TOP 22 (Differenzierten Ersten Allgemeinbildenden Schul- abschluss ermöglichen) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP- Landtagsfraktion, Anita Klahn: Klahn:
„Das Anliegen der Union, die Wertigkeit des Schulabschlusses unterhalb des Ersten Allgemeinbildenden Schulabschlusses, also dem ehemaligen Hauptschulabschluss, zu verbessern, können wir Liberale nachvollziehen.
Gerade Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf haben in Teilbereichen sehr unterschiedliche Kompetenzen, die sich berechtigterwei- se auch in einer Lern- und Leistungsbewertung wiederfinden sollten.
Allerdings bezweifle ich, dass eine weitere Differenzierung des Schulab- schlusses das richtige Instrument ist, um Schülerinnen und Schüler mit be- sonderem Förderbedarf zu unterstützen. Aus liberaler Sicht ist eine stärkere individuelle und passgenauere Lösung für jedes Kind wichtig. Deswegen ge- hen wir auch offen in diese Debatte und diskutieren sehr gerne verschiede- ne Problemlösungsansätze.
Ich möchte zunächst einen Blick auf die Schülerinnen und Schüler, die an Regional- und Gemeinschaftsschulen den ersten allgemeinen Schulab- schluss erwerben, werfen. Bei diesen Schülern sprechen wir uns dezidiert gegen eine weitere Differenzierung des Abschlusses aus. Denn wir stehen jetzt bereits einer Entwicklung gegenüber, Standards von Bildungsabschlüs- sen immer weiter abzusenken.
Dieser Entwicklung darf kein Vorschub geleistet werden. Das würde in der Arbeitswelt auch nicht weiterhelfen und wird, soweit mir bekannt, auch nicht von der Wirtschaft gewünscht. Vielmehr müssen wir uns doch fragen, mit welchen Förderinstrumenten wir Kinder ohne Abschluss zum Erreichen
Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de des Hauptschulabschlusses bringen. In den vergangenen Jahren sind es immer um die sieben Prozent gewesen.
Die Flex-Klassen, also abschlussbezogene Klassen, die das Erreichen des Hauptschulabschlusses in drei Jahren ermöglichen, sind ja durchaus ein er- folgreiches Instrument, das es weiter auszubauen gilt.
Auch haben wir ein vielfältiges Angebot an Übergangssystemen von Schüle- rinnen und Schülern, die ohne Abschluss sind: zum Beispiel die berufsvorbe- reitenden Klassen der beruflichen Schulen. Für alle gilt: Bessere Förderung ist der Weg.
Ich vermute aber, dass es der Union mit dem Antrag nicht um diese Schüle- rinnen und Schüler geht.
Wenden wir uns also den Schülerinnen und Schülern an Förderschulen zu bzw. denen, die inklusiv an den allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden. Hier bestehen, wie auch schon von anderen Rednern erwähnt, die Abschlüsse des Förderzentrums mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung oder dem Schwerpunkt Lernen.
Auch hier vorweg, ist es aus Sicht meiner Fraktion selbstverständlich, dass Förderschüler, die eine sehr positive Entwicklung nehmen, mit entspre- chend rechtzeitiger und intensiver Unterstützung die Möglichkeit haben müssen, den Hauptschulabschluss zu erreichen.
Das gilt für den Bereich Lernen, aber natürlich auch besonders für den Be- reich sozial- und emotionale Entwicklung, wo selbstverständlich auch das Erreichen der höheren Schulabschlüsse zu unterstützen ist.
Wie können wir also Schüler mit nicht nur vorübergehenden Schwächen in der Konzentration auf den Unterricht sowie der Aufnahme und Verarbeitung von Lerninhalten unterstützen?
Gleiches gilt für die G-Förderschulen, die nicht ohne Grund in einem Stufen- und nicht in einem Jahrgangssystem arbeiten und bei denen es um ganz fundamentale Lerninhalte geht, wie Freundschaft aufzubauen, sich in der Öffentlichkeit zu orientieren oder sich gegenüber der natürlichen Umwelt verantwortungsbewusst zu verhalten.
Auch bei diesen Schülern hege ich meine Zweifel, ob durch eine weitere Dif- ferenzierung des Schulabschlusses Probleme gelöst, beziehungsweise ein besserer Übergang zu einer Berufsausbildung gelingen kann.
Denn selbst wenn es eine weitere Differenzierung bei den Abschlüssen ge- ben würde, könnte das nicht die bereits jetzt nötige intensive individuelle Vorbereitung beim Übergang aus dem Schulbereich in die Arbeitswelt für Kinder von Förderschulen ersetzen.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren – Eltern, Schulen, Be- rufsagentur, Betriebe, gegebenenfalls Werkstätten für Menschen mit Behin- derung, Kammern und möglicherweise weiteren Fachdiensten – bleibt uner- lässlich. Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de Mit viel Einfühlungsvermögen, ganzheitlicher Förderung und individuellen Förderplänen muss ein auf jedes Kind geschnittener Übergang erreicht wer- den. Alle diese Aspekte sind aus meiner Sicht bedeutender für gelingende gesellschaftliche Teilhabe als die formale Anerkennung eines weiteren Ab- schlusses durch die KMK.“



Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de