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22.01.15
16:44 Uhr
SSW

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 11+31: Nur durch Ambitionen kann Neues wachsen

Presseinformation Kiel, den 22. Januar 2015

Es gilt das gesprochene Wort



Jette Waldinger-Thiering
TOP 11+31 Strategie für den Nordseeraumentwickeln + Parlamentsforum
Südliche Ostsee
Drs. 18/2393, 18/2606, 18/2496


„Nur durch Ambitionen, kann Neues wachsen“


Die Zusage Schleswig-Holsteins, sich stärker in der Nordseekooperation zu engagieren,
ist aus Sicht des SSW äußerst positiv zu bewerten. Dabei geht es konkret darum, die
Zusammenarbeit in der Nordseeregion praktisch und wirkungsvoll voranzubringen.
Fakt ist, dass es in Punkto Nordseekooperation noch viel nachzuholen gibt. Dazu
genügt ein kurzer Blick zur direkten Nachbarregion, nämlich dem Ostseeraum. Im
Grunde genommen steht die Nordseeregion im Vergleich ganz gut dar. Die Region von
Brest bis Bergen ist stark und ressourcenreich. Die Ausgangsposition könnte also fast
nicht besser sein. So einfach ist es dann aber leider nicht. Denn trotz jahrelanger
aktiver Nachbarschaftspolitik und regem Handel, sind daraus keine gefestigten
Strukturen entstanden. Diese Strukturen auf die Beine zu stellen, ist die grundlegende 2
Herausforderung, für alle hier im Antrag erwähnten Ziele. In dieser Hinsicht müssen
wir geduldig sein, denn klar ist auch, dass solche Strukturen nicht von heute auf
morgen vom Himmel fallen. Was wir auch Landesebene für ein Heranwachsen von
Strukturen tun können ist, Netzwerke aufzubauen, sowie bestehende Verbindungen
pflegen und weiterentwickeln. Darüber hinaus geht es darum, weitere Partner für die
Arbeit an einer Nordseestrategie zu motivieren. Beim Blick auf die Mitglieder der
Nordseeskommission fällt schnell auf, dass es derzeit nur zwei Mitglieder aus
Deutschland mit von der Partie sind, Bremen und Schleswig-Holstein. Es ist nicht nur
bedauerlich, dass unsere Nachbarn in Hamburg und Niedersachsen nicht mit im Boot
sind, sondern es sollte unsere Aufgabe sein, die Vorzüge dieser Kooperation gegenüber
den Nachbarn aufzuzeigen. Denn eine Strategie für den Nordseeraum, ohne das
Mitwirken von Hamburg und Niedersachsen oder unseren flämischen Freunden, wirkt
schon etwas blass. Von daher gibt es auch an dieser Stelle noch einiges zu erledigen.


Das Bestreben im Zuge der Zusammenarbeit der Nordseeanrainer wird oft das Fehlen
einer verbindenden regionalen Identität bemängelt. Doch auch diesem Stereotyp,
können wir in Schleswig-Holstein etwas entgegensetzen. Denn schließlich ist nichts so
identitätsstiftend, wie das Meer vor der eigenen Haustür. In diesem Punkt, muss sich
die Nordseeregion jedenfalls nicht hinter Ostsee- und Donauraum verstecken.
Nichtdestotrotz bleibt noch ein Stück des Weges, um tatsächlich eine attraktive, vitale
und zusammenwachsende Nordseeregion etablieren zu können. Vom SSW haben wir
dabei ein besonderes Augenmerk auf die Bestrebungen im Kulturbereich, sowie in
Bezug auf die interfriesische Zusammenarbeit. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit
im akademischen Bereich. Hier möchten wir die kommende Berufsgeneration für die
Besonderheiten und Chancen der Nordseeregion sensibilisieren. Die Bandbreite, die 3
man den Studenten anbieten kann ist vielfältig: von nautischen Kenntnissen, über
Wassermanagement bis zur Energiewirtschaft gibt es deutlich mehr, als nur eine
Möglichkeit, um die Zusammenarbeit der Hochschulen auf ein neues Niveau
anzuheben.


Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass die angestrebte Strategie für 2020 in
der Tat sehr ambitioniert ist. Das ist auch gut so, denn die Nordseeregion hat nichts
anderes verdient. Nur durch Ambitionen, kann Neues wachsen. Wir in Schleswig-
Holstein können diese Ambitionen aufgreifen, in dem wir eine Vorbildrolle
übernehmen. Wie genau die aussehen kann, daran mag man im morgen vorgestellten
Westküstenbericht schon einiges entnehmen. Die ersten Schritte sind gemacht, unsere
Aufgabe ist es, an ihnen festzuhalten. Für eine attraktive, nachhaltige und sachkundige
Nordseeregion.