Anita Klahn zu TOP 39 (Erhebung von Arbeitszeiten an Schulen): Eine unabhängige wissenschaftliche Erhebung über die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrkräfte ist notwendig
FDP-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1Presseinformation Es gilt das gesprochene Wort!Sperrfrist Redebeginn Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Christopher Vogt, MdL Nr. 363 / 2014 Stellvertretender Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Kiel, Mittwoch, 10. September 2014Bildung / Arbeitszeiten an Schulen www.fdp-fraktion-sh.de Anita Klahn: Eine unabhängige wissenschaftliche Erhebung über die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrkräfte ist notwendig In ihrer Rede zu TOP 39 (Erhebung von Arbeitszeiten an Schulen) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anita Klahn:„Wie ich bereits mehrfach formuliert habe, ist die Arbeitszeit von Leh- rern ja immer – ich sage es mal vorsichtig – ein heiß diskutiertes Thema. Zum einen gibt es die Vorbehalte gegenüber den Lehrkräf- ten, dass diese über viel Freizeit verfügen, zum anderen klagen die Betroffenen selbst über ständig ansteigende Aufgaben, ohne dass diese Mehrarbeit entsprechend zeitlich berücksichtigt wird.Insofern haben wir Liberalen interessiert die Pflichtstundenverord- nung zur Kenntnis genommen, die von der noch amtierenden Ministe- rin vor einiger Zeit erlassen wurde. Der kundige Leser wird feststel- len, dass diese Verordnung eins zu eins den vorherigen Erlass über- nimmt.Da weder die Ministerin und ihre sozialdemokratischen Freunde, noch die Kollegin Erdmann, noch die GEW irgendwelche öffentlich erkennbaren Einwände gegen diese Verordnung von sich gegeben haben, könnte man daraus schließen, dass hier die späte Erkenntnis herangewachsen ist, dass die seinerzeit vorgenommene Anpassung eine vertretbare Entscheidung zur Einhaltung der Schuldenbremse war.Ohne Frage – und da braucht man nicht um den heißen Brei herum zu reden – geht eine höhere Unterrichtsverpflichtung immer mit Ein- schränkungen in den anderen Bereichen einher, beziehungsweise werden die Lehrer stärker belastet.Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de 2Aber zusätzlich wurden in den vergangenen Jahren – unbestritten in unterschiedlicher politischer Verantwortung – den Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten mehr Aufgaben aufgebürdet, ich nenne nur einige exemplarisch wie binnendifferenzierte sowie inklusive Unter- richtsgestaltung, Erstellen von Lernplänen, verpflichtende Elternge- spräche, Aktivitäten im Ganztagsbereich, ausführliche Berichtsbewer- tungen anstelle von Noten benötigen einfach Zeit. Auch werden Auf- sichten in Pausenzeiten, Tagesausflüge und Klassenfahrten entwe- der gar nicht oder nur teilweise der Arbeitszeit zugerechnet.Gesellschaftliche Veränderungen führen dazu, dass Lehrer immer Zeit für Erziehungsarbeit – auch wenn dieses Wort nicht mehr im Schulgesetz steht – aufbringen müssen. Auch der Bereich der Inklu- sion fordert immer mehr Ressourcen ab. Es ist leider so, dass Schule und damit den Lehrkräften immer mehr aufgebürdet wird.Zentral ist die Frage zu klären, welche Zeiten zu der eigentlichen Un- terrichtsverpflichtung hinzu kommen. Wie zeitlich intensiv muss der Unterricht vor- und nachbereitet werden und welche weiteren Ver- pflichtungen sind durch die Lehrer zu leisten? Wie weicht also die tat- sächliche Arbeitszeit von der eigentlichen Unterrichtsverpflichtung ab?Im Bildungsausschuss bestätigte Staatssekretär Loßack insbesonde- re die Einschätzung, dass es sogenannte große und kleine Fächer gäbe, die unterschiedliche Vor- und Nachbereitungszeiten benötigen. Ansonsten sei aber die Berechnung vertretbar und mit Verweis auf andere Studien sah das Ministerium keinen Handlungsbedarf.Die Lehrkräfte bzw. die GEW sehen das anders.Wir Liberale beantragen daher, dass der Landtag das Bildungsminis- terium bittet, eine wissenschaftliche Stelle mit einer entsprechenden Studie zu beauftragen. Dadurch bekommen wir eine Grundlage für die künftige Diskussion und erhalten einen Überblick über die Ar- beitsbelastung in den verschiedenen Schularten. Gerade unter dem Aspekt, dass generell zu wenig Lehrkräfte im System seien, wäre ein genaue Analyse sinnvoll.Das Argument der Kosten ist für mich obsolet. Wenn sich das Land Schleswig-Holstein 30 Millionen Euro für Beratungsleistungen im Zu- sammenhang mit der HSH Nordbank leisten kann, dann sollte auch Geld für diese – sicher wesentlich günstigere – Lehrerarbeitszeitstu- die da sein.Wir sind uns doch einig, dass gute Lehrerinnen und Lehrer der zent- rale Faktor für den Bildungserfolg der Schülerinnen und Schüler in unserem Land sind. Das Thema Arbeitsbelastung steht in einem en- gen Zusammenhang mit dem Thema Lehrergesundheit und Gesund- erhaltung am Arbeitsplatz.Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de 3 Stimmen Sie unserem Änderungsantrag zu, in den wir einige Kritik- punkte aus der Ausschussberatung aufgenommen haben.“Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de