Anita Klahn zu TOP 40 (Inklusion): Das Ziel muss es sein, allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden
FDP-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1Presseinformation Es gilt das gesprochene Wort!Sperrfrist Redebeginn Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Christopher Vogt, MdL Nr. 362 / 2014 Stellvertretender Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Kiel, Mittwoch, 10. September 2014Bildung / Inklusion www.fdp-fraktion-sh.de Anita Klahn: Das Ziel muss es sein, allen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden In ihrer Rede zu TOP 40 (Inklusion) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anita Klahn:„Die Frage, wie Inklusion zukünftig in unseren Schulen zu organisie- ren ist, ist eine der zentralen bildungspolitischen Aufgaben in Schles- wig-Holstein, darin sind wir uns hier fraktionsübergreifend einig.Doch leider beschränkt sich der vorliegende Bericht allein auf die Be- schreibung von Bestehendem, Absichtserklärungen, der Erarbeitung von Aufgabenbeschreibungen, Trägerstrukturen sowie Förderkonzep- ten, die Einrichtung von Arbeitsgruppen und Expertenrunden, Ver- weise auf die Zukunft und langfristige Perspektiven.Erfreulich ist zwar, dass zu Beginn des Berichts darauf verwiesen wird, dass nicht die Quote der inklusiv beschulten Kinder das Wichti- ge sei, sondern die Qualität des Unterrichtes und der individuellen Förderung. Im weiteren Verlauf des Berichtes steht allerdings mehr- fach eine Erhöhung der Quote im Vordergrund.Positiv erscheint, dass Förderzentren erhalten bleiben sollen, genau- so wie der Aufbau von Zentren für inklusive Bildung geplant ist. Aber es geht keine zusätzliche Lehrerstelle an die Förderzentren! Das ist bezeichnend!Generell fehlt mir eine Aussage zu den notwendigen Maßnahmen und deren Finanzierung, vor allem an den bestehenden Regelschu- len, wenn vorrangig inklusive Beschulung ermöglicht werden soll.Wie wird eine Barrierefreiheit in allen Bereichen erlangt, auch zur sensorischen Orientierung?Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de 2 In welcher Anzahl und Ausstattungsqualität sind Pflege-, Rückzugs- oder spezielle Förderräume vorzuhalten?Wie soll der Zugang zu Informationen, zu Lehr- und Lernmittel barrierefrei gestaltet werden?Ehrlicherweise wäre eine Aussage zu den zu kalkulierenden Kosten und den damit verbundenen Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte der Schulträger wichtig gewesen, aber dazu kann das Mi- nisterium laut vorliegendem Bericht keine Aussage machen. Warum?Das sogenannte Konzept enttäuscht auch, weil die Landesregierung vollmundig Erwartungen geschürt hat, die sie jetzt nicht erfüllen kann. Es überzeugt wenig, wenn die einzigen zusätzlichen Mittel, die sie aufwenden, Mittel sind, die ihnen unverhofft in den Schoß gefallen sind, ansonsten aber alles, aus den vorhandenen Ressourcen erwirt- schaftet werden muss.Entsprechend deutlich ist die öffentliche Kritik. Die GEW nennt das Papier in ‚jeder Hinsicht beratungsbedürftig’. Der Landeselternbeirat der Grundschulen und Förderzentren bezeichnet das Konzept als ‚sehr kurz und wenig konkret’.Eine motivierende Lehrkraft hätte einem Schüler unter die Arbeit ge- schrieben: ‚Ich sehe zwar, dass Du dich bemüht hast, aber leider ist das Thema verfehlt’.Der Bericht bietet keine Antwort darauf, wie die Versorgung der Schu- len mit Sonderpädagogen besser geregelt werden kann, damit die notwendige individuelle Förderung passgenau erfolgen kann.Das aktuelle Problem der zu kleinteiligen Struktur, der mangelnden Kontinuität in der Arbeit mit den Schülern, der Verschwendung von Ressourcen in Fahrwege und Abstimmungsprozesse wird zwar auch formuliert, aber die richtigen Schlussfolgerungen fehlen.Die neugeordnete Lehrerbildung im Bereich der Sonderpädagogik bezeichnen sie als Baustein zur Verbesserung der Situation. Ich vermute, dass sie die Kritik der Fachverbände diesbezüglich nicht wahrnehmen wollten. Die nämlich sprechen von Rückschritt!Genauso präsentieren sie 314 Stellen für Schulassistenz an Grund- schulen ab 2015 als Erfolg – wobei Aufgabenbeschreibung, Qualifika- tion und Bezahlung der zukünftigen Schulassistenten erst noch ge- funden werden müssen.Es gibt 397 Grundschulen – ohne Halligschulen – in diesem Land. Nach welchen Kriterien weisen sie denn die Schulassistenz zu? Die Antwort fehlt. Und Entlastungen für die Sekundarstufe bleibt die Lan- desregierung weiterhin schuldig.Das ist kein Erfolg, das scheint eher ein Akt der Verzweiflung zu sein! Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de 3Die FDP-Fraktion hat bereits vor der Sommerpause ein eigenes Kon- zept zur Inklusion an Schulen vorgelegt, weil die Ministerin weder ih- re selbstgesetzten Zeitziele noch einen Plenarbeschluss umsetzte. Die betroffenen Menschen aber zu Recht einen Lösungsansatz for- derten.Darin zeigen wir einen ‚Dritten Weg’ auf, um die bestehenden Prob- leme kurz- bis mittelfristig in den Griff zu bekommen.So soll nach unserem Konzept unter dem Dach einer allgemeinbil- denden Schule der Unterricht für Schüler mit Förderbedarf ganz oder teilweise in speziellen Lerngruppen ermöglicht werden. Dafür muss ein Netzwerk aus Inklusionsschulen geschaffen werden. Die Förder- schulen bleiben daneben als zentrale Säule erhalten.Uns ist es wichtig, allen Schülern gerecht zu werden – mit oder ohne Förderbedarf. Darauf müssen wir unsere Politik ausrichten.“Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de