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10.04.14
11:30 Uhr
FDP

Anita Klahn zu TOP 20 (Resolution zum Erhalt von Förderzentren): Wir sprechen uns klar für den Erhalt von Förderzentren aus

FDP-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1



Presseinformation Es gilt das gesprochene Wort!
Sperrfrist Redebeginn Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Christopher Vogt, MdL Nr. 175 / 2014 Stellvertretender Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Kiel, Donnerstag, 10. April 2014

Bildung / Förderzentren



www.fdp-fraktion-sh.de Anita Klahn: Wir sprechen uns klar für den Erhalt von Förderzentren aus
In ihrer Rede zu TOP 20 (Resolution zum Erhalt von Förderzentren) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Anita Klahn:
„Der vorliegende Antrag findet seinen Ursprung ebenfalls in den ne- gativen Äußerungen der Bildungsministerin zu den Förderzentren während der letzten Landtagssitzung und der nicht erfolgten Distan- zierung der Koalitionäre. Aber anders als in der gerade geführten De- batte trägt dieser Antrag hoffentlich dazu bei, sich mit sachlicher Ar- gumentation zu den Förderzentren und zu deren wertvoller Arbeit zu bekennen.
Grundsätzlich herrscht in diesem Haus doch Konsens darüber, dass wir bei dem Thema Inklusion eine gemeinsame Zielsetzung haben. Für uns ist dabei aber klar, dass Inklusion nicht einfach die Verteilung aller Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf Regelklas- sen bedeutet. Wir Liberale wollen zweigleisig fahren, nur mit Regel- schulen und Förderzentren und das heißt auch Förderzentren mit ei- genen Klassen kann die Inklusion gelingen. Die Inklusion behinderter Menschen mit der Brechstange ist für niemanden sinnvoll. Es soll niemand zurückgelassen werden, aber auch niemand überfordert werden. So haben wir Liberale uns immer für die individuellen Be- dürfnisse der Betroffenen eingesetzt. Alle Menschen, darauf weist der Behindertenbeauftragte zu Recht hin, benötigen ihre ‚Peer-Group’ - auch Kinder mit besonderem Förderbedarf. Eltern brauchen Gleich- gesinnte, um sich über Alltagsfragen austauschen zu können.
Für uns ist Inklusion dann erreicht, wenn alle an Schule Beteiligte sich daran orientieren, wie jedes einzelne Kind individuell gefordert und gefördert wird – und zwar unabhängig davon, ob eine anerkannte
Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de 2 Behinderung vorliegt oder nicht. Dieses Umdenken zu erreichen, ist ein wichtiger Schritt der allerdings seine Zeit brauchen wird.
Dieser Schritt kann aber nur dann gegangen werden, wenn wir alle Schulen mit dem notwendigen Personal und den benötigten Räumen für ansprechende Lernsituationen ausstatten können und wenn wir die wichtigen Rückzugsräume gewährleisten können.
Ich berufe mich dabei auf das ‚Gesetz zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderun- gen’ sowie das dazugehörige Fakultativprotokoll. Gefordert wird hier in Artikel 3 ‚die Achtung vor den sich entwickelnden Fähigkeiten von Kindern mit Behinderungen und die Achtung ihres Rechts auf Wah- rung ihrer Identität’ und weiter in Artikel 7: ‚Bei allen Maßnahmen, die Kinder mit Behinderung betreffen, ist das Wohl des Kindes ein Ge- sichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.’
Das heißt nichts anderes, als dass bei jeder Maßnahme das Kindes- wohl an erster Stelle stehen muss. Diesen Gedanken leben unsere Förderzentren. Und diese gab es schon lange vor der UN- Konvention. Dem Anspruch der UN-Konvention werden unsere För- derzentren auch heute in jedem Fall gerecht. Durch eine eingehende und begleitende Förderdiagnostik wird eine geeignete sonder- pädagogische Förderung hochprofessionell gewährleistet und die Er- gebnisse können sich sehen lassen.
Das sie mit ihrem Änderungsantrag den Erhalt von Förderzentren streichen, ist sehr bezeichnend und eine Änderung die wir absolut nicht mittragen können. Wir sprechen uns klar für den Erhalt von För- derzentren mit und ohne Schüler aus. Förderzentren sind ein zentra- ler Baustein, um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Kindern mit Förderbedarf gerecht zu werden und ihnen die bestmögliche Förde- rung zukommen zu lassen. Auch sichern Förderzentren mit eigenen Klassen die Wahlfreiheit der Eltern, die Förderung zu wählen, die sie für ihre Kinder wünschen.
Auch in Punkt 3 ist ihr Änderungsantrag für uns nicht zustimmungsfä- hig. Sonderpädagogen verfügen heute über ein spezialisiertes Fach- wissen und leisten unter teilweise schwierigen Bedingungen hervor- ragende Bildungsarbeit. Dafür sollten wir ihnen respektvoll danken! Und wir sollten die eigenständige Lehramtsausbildung für den Be- reich des Sonderschullehramtes erhalten und nicht mit noch mehr Anforderungen versehen. Es darf nicht dazu kommen, dass Sonder- schulpädagogen mit der Hälfte ihrer Stunden als Lückenbüßer im Regelunterricht eingesetzt werden.
Punkt 4 dagegen finde ich tatsächlich sehr interessant, da sie offen- sichtlich ihrer eigenen Ministerin nicht mehr trauen, bei der Entwick- lung des Inklusionskonzepts den Dialog mit Förderschulen und Sonderpädagogen zu suchen.

Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de 3 Bekennen Sie sich heute, hier und jetzt zu den Förderzentren, zu den Sonderschulpädagogen und stimmen sie unserem Antrag in unver- änderter Fassung zu.“



Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de