Anita Klahn: Ausbildungskapazitäten ausbauen, Zuwanderung erleichtern, Umschulungen ermöglichen
FDP-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1Presseinformation Es gilt das gesprochene Wort!Sperrfrist Redebeginn Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Nr. 555 / 2013 Christopher Vogt, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Donnerstag, 12. Dezember 2013 Dr. Heiner Garg, MdL Parlamentarischer GeschäftsführerGesundheit / Pflege www.fdp-fraktion-sh.de Anita Klahn: Ausbildungskapazitäten ausbauen, Zuwanderung erleichtern, Umschulungen ermöglichen In ihrer Rede zu Top 26 (Mehr Informationen und mehr Attraktivität für Pflegeberufe) erklärt der sozialpolitische Sprecherin der FDP- Landtagsfraktion, Anita Klahn:„Gestern titelten die Zeitungen eine weitere Hiobsbotschaft im Be- reich der Pflege. Selbstständige Pflegekräfte müssen um ihre Exis- tenz fürchten, da ihnen Scheinselbstständigkeit vorgeworfen wird.Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Wir haben hier ein weite- res Problem, welches im Sinne der Pflegekräfte und damit auch im Sinne der Pflegebedürftigen gelöst werden muss. Denn was sind die größten Probleme für Pflegekräfte? Es sind die unattraktiven Ar- beitsbedingungen, welche sich z.B. durch Schichtdienst auszeich- nen, hinzukommt der Arbeitsdruck aufgrund des schlechten Perso- nalschlüssels und des allgemeinen Fachkräftemangels. Bürokratisie- rung und der bestehende Kontrolldruck sind weitere Faktoren, die die Situation verschärfen. Über allem schweben dann natürlich noch, die schlechten finanziellen Bedingungen sowie das zum Teil schlechte gesellschaftliche Ansehen.Es gibt viel zu tun. An vielen Rädern und Rädchen ist zu drehen. Ich möchte dabei einen Punkt hervorheben. Aus Sicht der FDP muss endlich die integrierte Ausbildung in der Pflege kommen. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pflegekräften ist von entscheidender Bedeutung dafür, ob es uns gelingt, die Qualität der Pflege auf ho- hem Niveau zu gewährleisten. Aus der Sicht meiner Fraktion ist des- halb die Entwicklung gemeinsamer und bundeseinheitlicher Ausbil- dungsstrukturen und -inhalte für die Alten- und Behindertenhilfe so- wie der Krankenpflege notwendig. Die Pflegerealitäten zeigen, dass Pflege aufgrund der Veränderungen im Gesundheitswesen lebens-Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de 2 phasen- und sektorenübergreifend stattfindet. Hier müssen wir end- lich vorankommen.Auch darf der Einstieg in die Pflege keine Sackgasse sein. Es muss Fort- und Weiterbildungsmodule geben, bis hin zu einem Pflegestu- dium, so wie es der Antrag auch wieder aufgreift. Denn wir brauen auch ein vernünftiges Pflegesystem- und Pflegequalitätsmanage- ment. Nur wenn wir diese Möglichkeiten schaffen, kann das Berufs- bild attraktiv werden. Dazu stellt sich mir auch gleich die Frage: Was macht eigentlich das Konzept für ein duales Studium im Bereich der Pflegewissenschaften für Schleswig-Holstein, welches die Landesre- gierung schon seit April erarbeitet? Gibt es da irgendwelche Fort- schritte? Gab es Gespräche mit den Fachhochschulen oder Universi- täten? Welche Schritte hat die Landesregierung überhaupt unter- nommen? Ich würde mich freuen, wenn die Ministerin zu diesen Fra- gen einige Ausführungen machen könnte.Es wäre auf jeden Fall sinnvoller, wenn die Landesregierung hier vo- rankommen würde, anstatt sich mit dem unnötigen Aufbau einer Pflegekammer zu beschäftigen. Denn eine Pflegekammer löst keine der von mir beschriebenen Probleme in der Pflege. Eine Pflegekam- mer hat keinen Einfluss auf die Bekämpfung des Fachkräftemangels, sie kann kaum die Arbeitsbedingungen beeinflussen und, zumindest wenn man an der Tarifautonomie festhalten will und meine Fraktion will das, hat eine Pflegekammer auch keinen Einfluss auf die Vergü- tungsverhandlungen. Stattdessen bringt eine Pflegekammer mehr Bürokratie und mehr Kosten für die Pflegekräfte. Dieser Weg darf nicht weiter beschritten werden. Konzentrieren wir uns gemeinsam auf Maßnahmen, die der Pflege wirklich was bringen.Was bleiben aus Sicht der FDP die zentralen Punkte: Erstens die Ausbildungskapazitäten müssen ausgebaut werden. Der von uns angestoßene Weg, die staatlich geförderten Ausbildungsplätze suk- zessive zu erhöhen, bleibt hier richtig. Zweitens müssen wir die Zu- wanderung erleichtern. Auch hier haben wir nach Anlaufschwierigkei- ten Verbesserungen erreichen können. Es war doch wirklich nicht nachzuvollziehen, dass wir hier anfänglich Sprachanforderungen ge- stellt haben, die völlig unverhältnismäßig waren. Klar bleibt aber auch, dass wir trotzdem das Arbeitsumfeld weiter verbessern müs- sen, denn sonst kommen mit Sicherheit keine ausländischen Fach- kräfte in unser Land.Zuletzt drittens müssen Umschulungen selbstverständlich über den gesamten Ausbildungszeitraum bezahlt werden. Das von Schwarz- Gelb verabschiedete Gesetz zur Stärkung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der Altenpflege, welches einen dreijährigen Förder- zeitraum vorsieht, ist daher auch in Zukunft fortzuschreiben.“Dr. Klaus Weber, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431 / 988 1488, Telefax: 0431 / 988 1497, E-Mail: fdp-pressesprecher@fdp.ltsh.de, Internet: http://www.fdp-fraktion-sh.de