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14.07.00
16:01 Uhr
CDU

TOP 9 Klaus Klinckhamer: Landesregierung soll über Fischerei berichten

LANDTAGSFRAKTION S C H L ES WI G - H O LS T EI N

Pressesprecher Bernd Sanders Landeshaus 24100 Kiel Telefon 0431-988-1440 Telefax 0431-988-1444 Internet: http://www.landsh.de/cdu-fraktion/ e-mail:fraktion@cdu.landsh.de
PRESSEMITTEILUNG Nr. 239/00 vom 13. Juli 2000
TOP 9 Klaus Klinckhamer: Landesregierung soll über Fischerei berichten Die letzte Anfrage zur Fischerei stammt aus dem Jahre 1992.

In diesen 8 Jahren hat sich viel verändert, wir haben heute einen ganz anderen Sachstand, über den wir gerne informiert werden möchten.

Wir wollen wissen, wie die Landesregierung zu unserer Fischerei steht, was sich entwickelt hat und wie die Zukunft unserer Fischerei nach Auffassung der Landesregierung aussieht.

Die Fischerei ist ein Stück Schleswig-Holstein, sie gehört zu Identität unseres Landes und ist daher unverzichtbar.

Einen entsprechenden Stellenwert messen wir unseren Fischern bei. Es hat die Gründung eines gemeinsamen Dachverbandes gegeben, es ist ein Schritt voran, ein Schritt in die richtige Richtung.

Im Genossenschaftsbereich gibt es nach wie vor einige Probleme, wie beurteilt die Landesregierung dieses – immerhin sind hier erhebliche öffentliche Mittel geflossen. Wie sollen hier die Überlebensmöglichkeiten langfristig gesichert werden?

Ein riesiges Problem ist weiterhin die Ausflaggung unserer Kutter, Holländer kaufen deutsche Kutter auf, damit natürlich auch die Quote, die daran gebunden ist. Welches Konzept der Ausflaggung entgegenzuwirken gibt es? Dieses Problem muss endlich gelöst werden! Wie man hört, wird daran gearbeitet.

Hinzu kommt, dass auch die Vermarktung teilweise fest in ausländischer Hand ist, man muss befürchten, dass dieses sich weiter fortsetzen wird. Vorrangig ist dieses bei den Krabbenfischern – damit ist leider auch die Preisgestaltung in ausländischer Hand. Die größte Sorge bereitet der Fischerei die zur Zeit zu geringe Dorschfangquote, weil der Bestand des Dorsches sich nach Meinung der Wissenschaftler wieder erholen muss. Eine weitere Kürzung der Quote für 2001 ist vorprogrammiert. Viele Kutter können nicht ausweichen. Was macht die Flotte, wenn wegen der geringen Quote nur wenige Monate gefischt werden kann? Die Fischerei braucht Hilfen zur Überbrückung in Zeiten der Stillegung. Die Europäische Union trägt hier eine Mitverantwortung.

Durch Fischerei wird das Überleben der Betriebe gesichert, dieses sollte unser gemeinsames Interesse sein.

Ebenfalls unverändert schwierig stellt sich die Situation der Binnen- und Teichfischer da. Die Binnenfischer ziehen sich immer mehr zurück – auf das Thema „Kormoran“ will ich hier gar nicht eingehen. Sie sind zunehmend gezwungen durch Ein- und Zukauf ihre Existenz zu sichern oder aber aufzugeben.

Sie werden mehr und mehr zu reinen Händlern und immer weniger zu Fischern! Dieses kann so nicht gewollt sein!

Die Schleifischer betrachten sich als ein Teil der Binnenfischerei, auf Grund der natürlichen Gegebenheiten. Jedoch werden sie nicht so behandelt – somit erhalten sie keine Entschädigungen. Hierauf sollte gesondert eingegangen werden, wobei ich die Schwierigkeiten durch die rechtliche Situation nicht verkenne.

Große Sorgen bereiten der Fischerei auch die eventuelle Errichtung eines Offshore- Windparkes in der See, für den sich vor allem die Grünen nachdrücklich aussprechen. Es nimmt der Fischerei weitere wertvolle Fanggebiete. Geradezu aufgeschreckt ist die Fischerei bei dem Gedanken des Brückenbaus über den Fehmarnbelt.

Die Dänen haben bei ihren Brückenbauten den Fischern Ausgleichszahlungen gewährt, kann sich die Landesregierung bzw. die Bundesregierung auch mit solchen Gedanken anfreunden? Die Fischerei hält natürlich den gebohrten Tunnel, die für sie beste Lösung – ich denke das ist verständlich.

Ein schon fast nicht mehr im Vordergrund stehendes Problem der Fischerei wurde in der Mitgliederversammlung der Landesfischer am 7.7. in Heiligenhafen deutlich gemacht.

Große Probleme gibt es mit den Munitionsfunden vor allem in der Ostsee. Seit 4 Jahren gibt es keine Entschädigung mehr! Die Gefahr durch die Munition wird mit zunehmender Korrosion dieser immer größer. Der Staat ist der Verantwortliche – denn es ist die Munition, die nach dem Krieg versenkt wurde.

Mit diesem Problem kann man die Fischerei nicht allein lassen, es ist von ihnen nicht verursacht, aber sie müssen sich ständig damit auseinandersetzen.

Ich bitte Sie herzlichst, diesem Antrag, auch im Sinne unserer Fischerei zuzustimmen. Ich verbinde damit die Hoffnung, dass unsere Fischer Perspektiven aufgezeigt bekommen und wir gemeinsam für den Existenzerhalt eintreten.